p.l.o.n.k.
d r e s d e n
Sophia Schama – Boomerang
Malerei in der Städischen Galerie im Landhaus Dresden 1998–2011
Die erste museale Einzelausstellung der Malerin (*1966 in Sofia) zeugt breit gefächert vom umfassenden Verständnis malerischer Kontexte obsessiver Bildermacherei. Schama löst in halbabstrakten bis figurativen Motiven ihre Bilderwelt auf und thematisiert ihr proklamiertes „Recht auf Blindheit“. Grashalme werden zu expressiven Röhren, abstrakte, verwischte Farbfelder zu barocken Bildräumen, auf denen plötzlich rote Passkreuze aufleuchten. Zoologische Tierportraits flimmern in poppigen Hochfrequenzfarben, auf transparenten Planen entstehen abstrakten „Farbspielplätze“. Eine gewisse Nähe zu Ronald de Bloeme ist nicht zu leugnen, wird der Künstler doch ebenfalls von der Harmish-Morrison-Galerie vertreten. Bleibt zu fragen, ob die farbtechnische Brillanz die Möglichkeit einhergehender Bildforschung blockiert?
Boomerang – eine Schau umfangreicher Art, die eine tiefgreifende Begegnung mit dem Farbkosmos der Schama ermöglicht. [micha]